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Diese Losung auf der Waldseite im Stadion an der Alten Försterei nach dem 0:0 des 1. FC Union am vergangenen Sonnabend gegen den MSV Duisburg wäre noch vor wenigen Wochen als Absurdität aufgefasst worden. Und zu Beginn der laufenden Spielzeit, als man sich mit vollem Ernst den Aufstieg in die erste Bundesliga zum Ziel gestellt hatte, gar als verfrühten und dummen Aprilscherz. Nun im wirklichen April ist all dies bittere Realität. Fünf Spieltage vor dem Ende der Saison bewegen sich die Eisernen auf dünnem Eis. Der Vorsprung von drei Punkten kann im warmen Frühlingswind sehr schnell schmelzen.
Ein, zwei Niederlagen und das Team von Trainer André Hofschneider hängt am seidenen Haar vom Barte des Propheten.

Und vor allem in Anbetracht der Tatsache, dass es in den verbliebenen Spielen mit St. Pauli, Heidenheim, Darmstadt und Dresden noch gegen vier direkte Gegner aus dem Tabellenkeller geht, die sich natürlich mit genauso großer Motivation wie die Köpenicker gegen den drohenden Abstieg wehren. Und auch der fünfte Rivale, der aktuelle Tabellensechste VfL Bochum kann sich nach erfolgreicher Aufholjagd in den vergangenen Wochen auf seinen bislang erzielten 40  Punkten nicht ausruhen.
Die Liga zwei des deutschen Fußballs hat derzeit...

...nämlich einen zweiten Namen: Wahnsinn. Nie zuvor war es der Fall, dass nach dem 29. Spieltag noch ein gutes Dutzend Mannschaften gegen den Abstieg kämpfen. Und auch der vor kurzem noch als sicherer Absteiger gehandelte Tabellenletzte 1. FC Kaiserslautern kann durchaus noch von Rettung träumen.
Aber wie kann es sein, dass eine vom Spielerkader so stark aufgestellte Mannschaft wie die von Union auf einmal so schwach agieren wie im vergangenen Vierteljahr? In der Rückrundentabelle liegt der Verein an letzter Stelle. Die Spieler, die noch im vergangenen Jahr zum Teil begeisternden Fußball zelebrierten, kreieren kaum noch vernünftige Spielzüge, Fehlpässe und Sicherheitspässe häufen sich. Wird einmal riskant und schnell eine Torchance erspielt , wird sie viel zu oft vergeben. Hinzu kommen immer wieder Fehler in der Abwehr, die in der Regel ausschlaggebend für Punktverluste sind.
Dabei ackern die Akteure, selten gibt einer auf. Auch gegen Duisburg war das der Fall. Union war hoch überlegen. Und auch die Abwehr stand diesmal sicher. Aber nach vorn war alles mehr dem Zufall überlassen.
Trainer Hofschneider: „Wir müssen das Positive mitnehmen, fürs nächste Spiel den Kopf wieder hochnehmen.“ Der letzte Halbsatz trifft es. Der Kopf scheint im Moment der größte Gegner der Eisernen zu sein. In den vergangenen Jahren ging es stets um eine gute Platzierung in der Spitze, unter anderem sogar um den Aufstieg. Abstiegskampf sind die Eisernen seit Jahren nicht mehr gewohnt. Im Gegensatz dazu zeigen Aue, Bielefeld oder Fürth wie man sich am eigenen Schopf aus dem Sumpf ziehen kann. Wer hätte je geglaubt, dass sich solche Teams einmal als Beispiel für Union eignen?
Das haben die Ultras augenscheinlich früher als die Spieler erkannt als sie das oben zitierte Banner schufen, um es ihren Fußballgöttern von der Alten Försterei vor die Nase zu halten. Und für die gilt heute wie lange nicht der alte Ruf: Und niemals vergessen: Eisern Union!