Der Tag blieb ungenutzt. Von den Sandhausener Fans und Spielern gleichermaßen.
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Nutze den Tag – dieses Plakat hatten Freunde des Fußballsports aus Sandhausen oben auf der Haupttribüne des Stadions An der Alten Försterei aufgehängt. Genutzt haben den vergangenen Sonnabend dann eher die Hausherren. Denn die Eisernen Unioner schickten den SV Sandhausen mit 2:1 nach Hause.
Das sahen allerdings nur etwa zwei Dutzend Fans aus der Kurpfalz. Der Gästeblock war von den Gästen frei gegeben worden. Dort hatten sich dann einheimische Fans versammelt. Der selbsternannte Dorfklub aus Sandhausen hatte mit Mühe einen Bus mit eigenen Anhängern füllen können. „Ich weiß auch nicht, warum wir es nicht schaffen, mehr Leute für Auswärtsfahrten zu gewinnen“, sagte einer der unentwegten Sandhäuser Besucher. „Dabei ist gerade dieses Stadion in Berlin immer ein Erlebnis.“
Für Union war dieser Sieg – immerhin gegen den Tabellenfünften – sehr wichtig. Schließlich...

...ging es wieder ein paar Tabellenränge nach oben und der Abstand zur Spitze – die auch etwas schwächelt – ist etwas geschrumpft. Nach der sensationellen 3:4-Niederlage von Düsseldorf in Regensburg und dem 1:2 von Ingolstadt beim bisherigen Kellerkind Fürth rückt das Feld der zweiten Liga immer mehr zusammen. Neben Ingolstadt findet sich auch Bielefeld nach der Niederlage in Dresden hinter Union wieder. Nervosität ist auf vielen Spielfeldern zu beobachten.
Auch in Köpenick spiegelte das Geschehen auf dem Platz am Sonnabend die Gesamtsituation des fast getreu wieder. Nach sehr guter erster Halbzeit, in der nur das dritte Tor gefehlt hat, zerbrach das Anschlusstor der Gäste die Mannschaft wieder die vorher gut funktionierende Ordnung. Auch der stark verbesserte Felix Kroos – er spielt jetzt wieder in seiner Lieblingsrolle weiter vorn im Mittelfeld – brachte nun keine Ruhe ins Spiel. Der Unterschied zum blamablen Auftritt in Braunschweig war allerdings der unbedingte Wille zum Sieg. Der wurde nun durch Kampf errungen.
Nach dem Sieg vor gegen den damaligen Spitzenreiter Düsseldorf hatten die Unioner eigentlich erwartet, dass der Knoten im Team gesprengt sei. Aber wie gesagt: Die Mannschaft ist zwar gut besetzt, aber immer noch nicht von sich selbst überzeugt. Kleine Störungen im Spielverlauf oder empfindliche Rückschläge können noch nicht souverän verarbeitet werden.
Vielleicht hilf in den nächsten Wochen aber auch die Tatsache, dass es nicht Union allein ist, denen es so geht. Und auf jeden Fall sollten sie sich die erste Halbzeit vom vergangenen Spieltag zum Beispiel nehmen, wie auch die von den Sandhäusern zitierten Rat der alten Römer: carpe diem.